
(tt/ddp) - Die Zukunft des Bahn-Fernverkehrs in Sachsen ist ungewiss. Laut einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstagausgabe) sollen die ICE-Züge zum Fahrplanwechsel im Dezember auf den Strecken Frankfurt/Main-Leipzig-Dresden und Berlin-Leipzig-München nicht mehr im Stundentakt verkehren. Grund dafür seien technische Probleme bei der Schnellzugflotte. Eine Bahn-Sprecherin bestätigte am Donnerstag auf ddp-Anfrage lediglich, dass das Unternehmen derzeit Gespräche über ein neues Fahrplankonzept führt. Die ICE-Direktverbindung zwischen Berlin, Leipzig und München soll dem Bericht zufolge ab Jahresende nur noch alle zwei Stunden befahren werden. Wegfallende Verbindungen sollten durch Umsteigemöglichkeiten in Naumburg (Sachsen-Anhalt) ersetzt werden. Darüber hinaus verlaufe die durchgängige Verbindung ab Nürnberg nicht über eine schnelle Neubaustrecke sondern über Augsburg und habe wesentlich mehr Zwischenhalte. Auf der Trasse von Frankfurt am Main nach Dresden sollen die ICE-Züge dem Bericht zufolge nicht mehr stündlich, sondern im wechselnden 40- und 80-Minutentakt fahren. Zudem sollen die Stopps in Riesa und Dresden-Neustadt wegfallen. Der Dresdner Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn sagte, nachdem bereits Chemnitz vom Fernverkehr der Bahn abgeschnitten sei, sollten nun offenbar auch Leipzig und Chemnitz abgebunden werden. Dies hätte verheerende Folgen, die Kunden würden aufs Auto umsteigen. Zudem sei die Streckenverlagerung ein Vorgeschmack auf die Fertigstellung der Schnelltrasse durch den Thüringer Wald. Spätestens ab 2017 solle dann offenbar Leipzig endgültig zugunsten von Halle vom ICE-Verkehr abgebunden werden. Es sei jetzt Aufgabe von Verkehrsminister Sven Morlok (FDP), sich für einen weiter attraktiven Fernverkehr in Sachsen einzusetzen, forderte Kühn.



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