Nachrichten - Vermischtes

Aus Angst

Hauptzeuge im «Bandidos»-Prozess sagt nichts

Erfurt

(tt/ddp) - Der Hauptzeuge im Prozess gegen sechs Mitglieder der Rockerbande «Bandidos» vor dem Landgericht Erfurt will aus Angst keine Aussage in Gegenwart der Angeklagten machen. Das habe der Zeuge telefonisch mitgeteilt, sagte der Vorsitzende Richter in der Verhandlung am Montag. In der Aussage sollte es um die Beteiligung von Mitgliedern der Rockerbande an einer Messerstecherei vor einem Club in Weimar im Jahr 2008 gehen. Ein weiterer Zeuge verneinte zwar die Frage des Richters, ob er Angst habe. Allerdings konnte er sich nicht mehr an seine ursprüngliche Aussage gegenüber der Polizei erinnern, ein Mitglied der «Bandidos» zuvor im Club gesehen zu haben. Stattdessen gab er an, bei seiner damaligen Vernehmung von der Polizei beeinflusst worden zu sein. Entgegen einer anderslautenden Ankündigung des Gerichts wurde zunächst keine Entscheidung über die Fortsetzung des Prozesses gefällt. Die Verteidiger hatten die Einstellung des Verfahrens verlangt, weil Telefongespräche zwischen ihnen und ihren Mandanten systematisch abgehört worden und in die Anklage gelangt seien. Die Angeklagten im Alter zwischen 29 und 40 Jahren müssen sich seit knapp einem Monat unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verantworten. Im Fall der Messerstecherei vor dem Weimarer Club geht es zudem um versuchten Mord. Laut Staatsanwaltschaft wollten die Männer mit Gewaltdelikten eine Vormachtstellung in der Rotlicht- und Türsteherszene in Mittelthüringen durchsetzen.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu schreiben!
Jetzt einloggen

 

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...



von tt-Redaktion
am 08.02.2010
in Nachrichten - Vermischtes


Tags: Bandidos, Erfurt, Prozesse, Vermischtes, vm


Artikel drucken
Beitrag empfehlen Beitrag melden


Bookmark:
Bookmark setzen bei: Mr. Wong Bookmark setzen bei: Del.icio.us Bookmark setzen bei: Facebook Bookmark setzen bei: Digg Bookmark setzen bei: Google Bookmark setzen bei: Yahoo