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(tt) – Die Olympia-Generalprobe ist den deutschen Rodlern hundertprozentig geglückt. Die Konkurrenz hingegen ist geschockt. Angeführt von „Sorgenkind“ David Möller (Sonneberg/Schalkau) haben die Kufenasse mit dem Bundesadler auf der Brust ihre Medaillenansprüche für die Winterspiele 2010 in Kanada mit einem perfekten Siegeszug untermauert.
Zwei Wochen nach der nicht rundum geglückten WM fanden die deutschen Rodler am Wochenende beim Olympia-Test auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Whistler zu alter Stärke zurück und besetzten sieben der neun Podestplätze. „Das Imperium schlägt zurück“, bejubelte Co-Bundestrainer Norbert Hahn die starke Vorstellung. „Nach der WM haben alle anderen Nationen gedacht, es wäre vorbei mit der deutschen Herrlichkeit. Nach Whistler fragen sich wieder alle, was unser Erfolgsgeheimnis ist.“
„Das war ganz, ganz wichtig“, sagte Möller nach seinem ersten Saisonsieg, der ihn nach der schwachen WM mit Platz sieben endlich wieder strahlen ließ. „Dies ist ein gelungener Abschluss einer schwierigen Saison. Das ist Balsam für die Seele.“ Ein Jahr vor Olympia fand der zweimalige Weltmeister aus Oberhof beim Temporekord-Festival in die Erfolgsspur zurück und verwies Armin Zöggeler (Italien) und Felix Loch (Berchtesgaden) auf die weiteren Podestplätze. Johannes Ludwig (Oberhof) als Vierter, Andi Langenhan (Zella-Mehlis) als Fünfter und Jan Eichhorn (Oberhof) als Siebter komplettierten den starken Auftritt der deutschen Männer.
„Ich dachte, es geht nicht tiefer. Aber es geht“, hatte Möller vor einer Woche nach Rang elf beim Weltcup in Calgary frustriert gesagt. Bei der Olympia-Generalprobe schlug der 27-Jährige zurück und siegte trotz eines Kreuzbandrisses um Knie mit 19 Tausendstelsekunden Vorsprung auf Zöggeler, der vorzeitig erneut den Weltcup-Gesamtsieg geholt hatte. „Bislang war immer Calgary meine Lieblingsbahn, aber das ändere ich vielleicht nach diesem Resultat hier in Whistler“, meinte Möller. Weltmeister Loch verfehlte als Dritter seinen ersten Weltcup-Sieg, durfte nach seinem Temporekord mit 153,98 Stundenkilometern aber ebenfalls optimistisch den Winterspielen in einem Jahr entgegenblicken. „Bei Olympia sind es ja vier Läufe.“
Einen perfekten Konter nach ihrer bitteren WM-Niederlage setzten auch die deutschen Frauen mit ihrem Vierfacherfolg. „Ich mag diese Bahn einfach sehr gerne“, schwärmte Natalie Geisenberger (Miesbach) nach ihrem dritten Saisonsieg, überbewerten wollte die 21-Jährige ihre starke Olympia- Generalprobe aber nicht. „Als Top-Favoritin fühle ich mich sicher nicht. Olympische Spiele haben doch sehr spezielle Regeln.“ Wie bei der WM hatte Tatjana Hüfner (Oberwiesenthal) auch auf dem rasanten Eiskanal als Zweite das Nachsehen, konnte nach 2008 aber erneut den Weltcup-Gesamtsieg einfahren. «Trotzdem bleibt der Wermutstropfen der WM, die sehr enttäuschend verlaufen ist», gestand die 25-Jährige. Dritte wurde Anke Wischnewski aus Oberwiesenthal.
„Das ist der perfekte Abschluss der Saison“, betonte Doppelsitzer André Florschütz nach dem Sieg mit Partner Torsten Wustlich. Drei Monate nach seiner Bandscheiben-Operation waren die Olympia-Zweiten aus Friedrichroda und Oberwiesentahl nicht zu schlagen und ließen auch die mit Bahnrekord stark auftrumpfenden Patric Leitner/Alexander Resch hinter sich. „Rein psychologisch ist der zweite Platz eigentlich ein Sieg“, meinten die Olympiasieger von 2002 nach dem versöhnlichen Weltcup-Finale. „Whistler ist die schnellste Eisrinne der Welt, und hier wollen wir bei Olympia als schnellstes Doppel der Welt unsere Karriere beenden.“




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