
Berlin . Die Bundesregierung führt mit dem US-Autohersteller General Motors (GM) und der deutschen Tochter Opel derzeit keine Verhandlungen über mögliche staatliche Finanzierungshilfen. «Die Verhandlungen finden zur Zeit nicht statt», sagte der Konzernbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Dienstag der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Auch in Regierungskreisen wurde dies der Nachrichtenagentur bestätigt. Derartige Gespräche könnten auch deshalb noch nicht geführt werden, weil GM der Bundesregierung weiter noch kein Sanierungskonzept für Opel vorgelegt habe. Erst auf Grundlage eines solchen Konzeptes könne über Staatshilfen geredet werden. GM sei von sich aus auch noch nicht an die Bundesregierung herangetreten, um mit ihr erneut Gespräche über die Zukunft von Opel aufzunehmen. In Großbritannien, wo Opel mit der Schwestermarke Vauxhall vertreten ist, gibt es offenbar bereits Gespräche. Eine Sprecherin des britischen Wirtschaftsministeriums erklärte auf Anfrage, das Land arbeite eng mit GM zusammen an einem möglichen Finanzierungspaket für Opel und Vauxhall. «Unser Ziel ist es, unseren Standorten die bestmögliche Chance in einem sanierten Unternehmen zu ermöglichen», sagte die Sprecherin. Die Regierung habe klar gemacht, grundsätzlich Mittel zur Verfügung stellen zu wollen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Produktion von Opel/Vauxhall in Großbritannien auch langfristig gesichert sei. Insgesamt sieht Opel für die Restrukturierung sowie notwendige Zukunftsinvestitionen einen Finanzbedarf von 3,3 Milliarden Euro. Einen Teil davon will GM selbst aufbringen, der Rest soll von den europäischen Ländern mit Opel/Vauxhall-Standorten kommen. Ein Sanierungskonzept will Opel bis Ende Januar vorlegen. Der neue Opel-Chef Nick Reilly fordert von den Opelanern einen Sanierungsbeitrag von 265 Millionen Euro pro Jahr. Im Gegenzug verlangen die Beschäftigten, an der neuen Gesellschaft beteiligt zu werden, an deren Gewinnen teilzuhaben und eine Stärkung der Mitbestimmungsrechte durch eine Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft (AG). Nachdem Reilly die Erfüllung dieser Forderungen vor Jahresfrist noch in Aussicht gestellt hatte, sind die Chancen nun offenbar deutlich gesunken. «Es ist zu befürchten, das der Konflikt richtig hochkocht», zitiert Dow Jones Newswires einen Insider.



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