Gerhard Renner-Ausstellung

Heutiges wird erfassbar

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Arnstadt

(tt) - Werke des Künstlers Gerhard Renner sind vom heutigen Freitag bis zum 3. Mai in Arnstadt zu bewundern. Gezeigt werden Porträts Zeichnungen des 57-Jährigen Künstlers aus Sonneberg sowie Porträts von Frauen.


1951 im thüringischen Sonneberg geboren, beginnt Gerhard Renner mit etwa 35 Jahren seine freischaffende Tätigkeit als Maler, relativ spät und nach ihn nicht befriedigender Ausbildung als Kunsterzieher und Erfahrungen als Lehrer im Schulsystem der DDR. Er gehört zu jenen Künstlern, die in selbst herausragenden Ergebnissen kunstgeschichtlicher Vergangenheit trotz vermuteteter Unübertreffbarkeit nichts Abgeschlossenes und damit Erledigtes sehen, sondern gerade dort Potenzen für Innovation erwarten, wohl wissend, dass von da aus nach vorn die Schritte nur sehr klein und mühsam, oft unspektakulär und für viele der sich daran Versuchenden gar nicht gangbar sein werden. Allerdings lockt im Erfolgsfalle Gültigkeit auf hoher Ebene und sogar tragfähiger Kunstfortschritt. Heutiges wird bildkünstlerisch erfassbar. Andere Kunst ist erkannt als Quelle für neue Kunst. Renners vorrangige Gegenstände sind das menschliche Porträt und das Stillleben.


(…) In der Auseinandersetzung mit dem Alltagsgegenstand sind ihm - bei erfahrbaren Bezügen zur Sachlichkeit und zum ergründenden Realismus - so überraschende wie eindrucksstarke Darstellungen gelungen, die die künstlerischen Ergebnisse in einen hohen Rang rücken. Zunächst ausgehend vom visuell Erfassbaren, richtet sich aber die Darstellungsabsicht auf dahinter liegend Wesentliches. In den Stoffstücken, verbeulten Aluminiumgefäßen, einer Schaufel, einem Brikett oder einem Ziegelstein, an einem alten Lederkoffer oder einem Paket, bei einem Stück zerknüllter Silber- oder Goldfolie entdeckt er gleichsam die Seele des Gegenstandes. Er gesteht ihnen eine eigene Geschichte und Individualität zu. So geht er weit über die Erfassung besonderer Materialität, die ihn zweifellos interessiert, hinaus und führt de facto den Menschen als einstigen oder aktuellen Nutzer der Gegenstände in die Bedeutungsklärung ein, ohne Ihn darstellen zu müssen. Die äußerst hohe Bildwirkung wird mittels sehr delikater und oft sparsamer Farbgebung, durch die beherrschte Verwendung erprobter altmeisterlicher Maltechniken und vor allem durch äußerste Konzentration auf das Wesentliche der "Bildgeschichte" erreicht. Die sich bei Renner eingestellte Sensibilität gegenüber den dargestellten Gegenständen provoziert eine entsprechende Bildaufnahme durch den Betrachter.











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